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Phylloneta impressa / Braune Kugelspinne (conf. J. Peters)
(syn. Theridion impressum)

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Familie: Haubennetzspinnen - Theridiidae /
Überfamilie:
Radnetzspinnen - Araneoidea / Ordnung: Webspinnen - Araneae
Größe (ohne Beine):
etwa 3,5-4mm / etwa 4-5mm

Besondere Merkmale:

Vorderkörper gelblichbraun bis hellbraun, seitlich fein dunkel umrandet, oberseits mit einem breiten, dunkler braunem Längstreifen in der Mitte; Hinterleib weißlich mit auffallend bräunlichen, rötlichen und schwarzen Zeichnungselementen; Beine hellgelblichbraun, an den Gelenken dunkelbraun geringelt.

Wo zu finden:

Verschiedene, eher trockenwarme Biotope des Offenlands, z.B. Heiden, Trockenrasen, Ödland.

Wann zu finden:

Reife Tiere etwa von Ende Juni bis Anfang September.

Anmerkungen:

Es gibt noch eine Reihe ähnlich gefärbter Kugelspinnen die nicht immer leicht zu unterscheiden sind. Phylloneta sisyphia z.B. ist oft nur durch Genitaluntersuchungen sicher abzutrennen.

mehr Fotos unten

Phylloneta impressa (syn. Theridion impressum) / Braune Kugelspinne / Familie: Haubennetzspinnen - Theridiidae / Überfamilie: Radnetzspinnen - Araneoidea / Ordnung: Webspinnen - Araneae 

Fundort: / Auf der Fensterbank / Hattersheim
Datum: 06. Juli 2009

Lebensweise:

Phylloneta impressa baut unregelmäßige Haubennetze aus wirr miteinander verwobenen Fäden über oder zwischen die Triebspitzen frei stehender, niedriger Pflanzen. Diese Art betreibt eine interessante, unter Spinnen seltene Brutpflege. Etwa im Juli nach der Paarung bauen die Weibchen ihren Eikokon und platzieren ihn in ihrem Unterschlupf. Dieser wird, wie auch die später schlüpfenden Jungspinnen bewacht. Der Nachwuchs verbleibt nach dem Schlupf einige Zeit im Netz der Mutter und wird von ihr bis zur ersten Häutung mit vorverdauter, flüssiger Nahrung par Mund-zu-Mund Fütterung versorgt.

Da Kugelspinnen trotz ihrer Kleinheit durchaus in der Lage sind, auch große und selbst wehrhafte Insekten zu überwältigen, scheint ihr Gift sehr wirkungsvoll zu sein. Mit welcher Taktik sie dabei vorgehen konnte ich bislang zweimal dokumentieren. Hier die kleine Story dazu von 2009 (siehe auch Fotogalerie unten):
Zwischen den Armen einer Opuntia imbricata 'pinky' auf meiner Fensterbank hatte im Juli 2009 eine ihr weitmaschiges, unregelmäßiges Fangnetz gebaut. Ihren Unterschlupf hatte sie nicht sonderlich ausgebaut, sie saß einfach unter ein paar Stacheln und wartete. Doch fing sie irgendwann an, kleinere Beutetiere (Blattläuse, Kleine Stubenfliegen - Fannia canicularis) direkt über ihrem Schlupfwinkel zu drapieren. Größere Beute, wie die Fliegen auf den Fotos schmeißt sie dagegen nach der Mahlzeit aus dem Netz - wobei ich nicht einmal glaube, dass sie diese völlig "ausgesaugt" hatte, dafür schien mir das Entsorgen zu schnell zu gehen (etwa nach drei bis vier Stunden).

Für mich sehr spannend waren ihre "Kämpfe" mit großen Beutetieren. Ich fragte mich schon seit einigen Jahren, wie diese kleinen Spinnen mit ihnen fertig werden. Sah ich doch beispielsweise schon 4mm Enoplognathas mit 2cm großen Hummeln als Beute. Ich nahm also an, dass diese kleinen Spinnen ein unglaublich starkes Gift besitzen müssten. Das kann zwar auch sein, doch konnte ich nun zweimal zuschauen, wie eine kleine Kugelspinne mit soviel größerer Beute verfährt. Inwiefern sich das auf andere Arten der Theridiidae übertragen lässt, kann ich natürlich nicht sagen.

Am 06. Juli 2009 verfing sich eine etwa 8mm große Graphomyia maculata (Echte Fliegen - Muscidae) in ihrem Netz. Offensichtlich war die kleine Spinne sehr hungrig, denn sie kam blitzschnell hervorgeschossen und noch bevor sich die Fliege mit wildem Gezappel wieder befreien konnte hatte die Spinne ihr mit offensichtlich sehr klebrigen Fäden (man sah richtig kleine Klebetröpfchen an den Fäden) einen Flügel im Netz festgeklebt - es sah aus, als würden diese Fäden geradezu verspritzt, so blitzartig kamen die hervor -, biss für etwa drei Sekunden in eine äußere Flügelader und zog sich danach schnell wieder zurück. Der Kleber hielt bombenfest. So sehr die Fliege auch surrte und zappelte - es gab kein entrinnen. Als nach etwa zehn Minuten die Fliege etwas ruhiger (erschöpfter?) wurde, kam die Spinne langsam wieder näher an hier Opfer heran. Dann klebte sie mit wieder solch Klebetröpfchen übersäten Fäden zusätzlich drei Beine fest. Worauf die Fliege wieder unbändig zappelte - doch hielt die zusätzliche "Fesselung" sie nun etwas ruhiger im Netz. Dies nutzte nun die Spinne um nun für etwa fünf Sekunden in eines der festgeklebten Beine zu beißen und zog sich dann wieder zurück. Die Beute zappelte wild weiter und es dauerte wieder etwa zehn Minuten bis die Spinne sich wieder näher traute. Die Fliege war zwar immer noch aktiv, doch nicht mehr so energisch. So konnte die Spinne sie nun weiter mit Spinnseide einwickeln und biss ihr dann längere Zeit (etwa fünfzehn Sekunden) in den Hinterkopf. Dann zog sie sich wieder zurück, doch diesmal nur für vielleicht zwei Minuten. Sie betastete die Fliege und da die sich nunmehr nur noch unmerklich rührte, wickelte sie sie noch etwas mehr ein und zerrte sie anschließend zu ihrem Unterschlupf um endlich mit ihrer Mahlzeit zu beginnen.

Am 09. Juli 2009, also nur drei Tage später verfing sich eine 10-11mm große Calliphoridae (Lucilia spec.?) in ihren Fangmaschen. Auch hier war die Spinne in Sekunden bei der Beute und wieder kamen diese extrem klebrigen Fäden zum Einsatz. Diesmal waren die Beine des Opfers ihr am nächsten, also "spritzte" sie die Fäden darüber, was diese umgehend fixierte und biss kurz in eines dieser Beine. Dann lief alles etwa gleich ab wie die Tage zuvor, sie zog sich zurück, die Beute zappelt; rund Zwanzig Minuten später (also nach fast doppelt so langer Wartezeit wie bei der Fliege zuvor) kommt sie wieder, verklebt nun einen Flügel, beißt anschließend in eine Flügelader und zieht sich wieder zurück; usw. bis sie die Beute schließlich zu ihrem Unterschlupf zerrt und mit ihrer Mahlzeit beginnt. Auffallend war allerdings, dass der Kampf der Fliege einige Minuten länger dauerte. Bei der Muscidae waren es etwa knapp 25 Minuten bis die Spinne ihre Mahlzeit beginnen konnte, bei dieser Calliphoridae dauerte es fast vierzig Minuten.

Für mich sehr verblüffend war, dass diese Schmeißfliege etwa nach zwanzig Minuten Todeskampf im Netz (sie war bis dahin erst einmal gebissen worden) begann, Eier abzusetzen - immerhin 17 Stück -, sie unterbrach das auch nicht, als zwischenzeitlich die Spinne wieder auftauchte, ihr einen Flügel verklebte und ein zweites Mal zubiss . Diese Eier verfingen sich im Netz und noch verblüffender war, dass die Spinne einen Teil dieser Eier ein paar Tage später einspann und ebenfalls verzehrte.

Da es also doch sehr lange dauert, bis solch große Beute völlig gelähmt ist, kann das Gift wohl doch nicht so stark sein, wie ich vermutete. Weiß dazu jemand näheres?

Gefährdung und Schutz: Nicht gefährdet / Nicht unter Schutz gestellt

 
 

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/ Auf der Fensterbank /
Hattersheim

12. Juni 2008
 

/ Auf der Fensterbank /
Hattersheim

12. Juni 2008

/ Auf der Fensterbank /
Hattersheim

06. Juli 2009

/ Auf der Fensterbank /
Hattersheim

09. Juli 2009

Weibchen beim Beuteerwerb (Auf der Fensterbank / Hattersheim):
 

Ihr Netz zwischen den "Armen" einer Cylindropuntia imbricata 'pinky'

09. Juli 2009

Beute Graphomyia maculata (Muscidae - Echte Fliegen)

06. Juli 2009

Beute Graphomyia maculata (Muscidae - Echte Fliegen)

06. Juli 2009

Beute Graphomyia maculata (Muscidae - Echte Fliegen)

06. Juli 2009

Beute Graphomyia maculata (Muscidae - Echte Fliegen)

06. Juli 2009

Beute Graphomyia maculata (Muscidae - Echte Fliegen)

06. Juli 2009

Beute Graphomyia maculata (Muscidae - Echte Fliegen)

06. Juli 2009

Beute Graphomyia maculata (Muscidae - Echte Fliegen)

06. Juli 2009

Beute Graphomyia maculata (Muscidae - Echte Fliegen)

06. Juli 2009

Beute Graphomyia maculata (Muscidae - Echte Fliegen)

06. Juli 2009

Beute Graphomyia maculata (Muscidae - Echte Fliegen)

06. Juli 2009

Beute Graphomyia maculata (Muscidae - Echte Fliegen)

06. Juli 2009

Beute Lucilia spec. (Calliphoridae - Schmeißfliegen)

09. Juli 2009

Beute Lucilia spec. (Calliphoridae - Schmeißfliegen)

09. Juli 2009

Beute Lucilia spec. (Calliphoridae - Schmeißfliegen)

09. Juli 2009

Beute Lucilia spec. (Calliphoridae - Schmeißfliegen)

09. Juli 2009

Beute Lucilia spec. (Calliphoridae - Schmeißfliegen)

09. Juli 2009

Beute Lucilia spec. (Calliphoridae - Schmeißfliegen)

09. Juli 2009

Beute Lucilia spec. (Calliphoridae - Schmeißfliegen)

09. Juli 2009

Beute Lucilia spec. (Calliphoridae - Schmeißfliegen)

09. Juli 2009

Beute Lucilia spec. (Calliphoridae - Schmeißfliegen) - bei der Not-Eiablage

09. Juli 2009

Beute Lucilia spec. (Calliphoridae - Schmeißfliegen) - bei der Not-Eiablage

09. Juli 2009

 

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