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Zwischen
Hattersheim-Okriftel und Hattersheim-Eddersheim verläuft von
etwa Nordost nach Südwest ein seit Jahrzehnten stillgelegtes
Bahngleis, dass das Okriftler Industriegebiet am Main mit der
Bahn-
trasse Frankfurt-Wiesbaden verbindet. Diese alte Gleisanlage
ist ein nicht einfacher Lebensraum für Fauna und Flora. Im
Sommer ist es dort heiß und oft extrem trocken und die alten,
hölzernen Bahnschwellen scheinen bei wärmeren Temperaturen noch
immer pflanzenschädliche Gifte auszugasen. Zudem verläuft das
Gleis am Rande der "Okriftler Düne", einer mittlerweile leider
fast völlig verschwundenen Binnendüne. Nur ein kurzes Stück an
der Trasse ist noch richtig sandig.
Alles in allem ein für mich deshalb interessantes Gebiet.
Darum habe ich mir vorgenommen ab 2010 die Fauna und Flora im
Gleisbett und einem etwa 2-3m breiten Streifen rechts und links
davon soweit es mir ohne Insektenfallen und anderer Hilfsmittel
möglich ist, zu erfassen. Die Strecke ist etwa knapp 800m lang
und lässt sich grob in drei Abschnitte unterteilen. Der
Abschnitt "A1" beginnt kurz hinter der Weiche an der das
Industriegleis von der Hauptstrecke Frankfurt-Wiesbaden
abzweigt. Er ist etwa 280m lang und insbesondere westlich von
einer großen Gehölzgruppe gesäumt, östlich grenzen Fettwiesen
und landwirtschaftlich genutzte Flächen an. Der Abschnitt "A2"
ist rund 120m lang und der wohl spannendste Teil. Er führt durch
den noch sandigsten Teil des Gebietes - insbesondere in Höhe des
eingezeichneten Feldweges. Ansonsten grenzen östlich ein Feld
(meist Getreide) und etwas magere Wiesen an das Gleisbett. Der
Abschnitt "A3" ist mit rund 400m der längste. Er führt durch
abwechselnd magere Wiesen und landwirtschaftlich genutzte
Flächen und endet an der Unterführung der L3006 die Okriftel mit
Eddersheim verbindet.
Großräumiger gesehen ist das Gebiet
geprägt von alten Streuobstwiesen, Eichen- und Birkenwäldchen
sowie sich mit landwirtschaftlichen Flächen abwechselnde mal
mehr, mal weniger mageren Wiesen. Wobei der Anteil an
insbesondere fast Sandmagerrasen zu nennenden Arealen seit
Wegfall der Stilllegungsprämie drastisch zurück ging und selbst
diese mageren Sandböden nun als Agrarflächen genutzt werden. Was
bedeutet, dass die ökologisch besonders wertvollen Flächen sehr
stark gefährdet sind. Da das Gebiet zudem ein immer beliebteres
Areal für Spaziergänger ist und als "Hundeauslauf" dient, ist
der Druck auf diesen sensiblen Lebensraum insgesamt sehr hoch.
Am Beispiel der "Weiden-Sandbiene" Andrena vaga kann ich das
kurz verdeutlichen. Bis etwa 2004 konnte ich dort alljährlich
zum Teil mehrere Tausend Weibchen beim Nestbau beobachten -
heute sind es mit Glück noch etwa 50...