26. April 2010
Er war lang ersehnt, der
Frühling, und nun ist er seit kurzem da. Doch mit ihm erwachte
auch die Natur – wie entsetzlich muss das für eine große Anzahl
Menschen sein? Denn seit Tagen häufen sich (wie jedes Jahr zu
dieser Zeit) die Anfragen (per Mail oder per Suchmaschinen a la
Google, Bing, Yahoo, etc.), wie man diese schreckliche Natur
denn in ihre Schranken weisen kann, wenn sie es wagt, in Haus
und Garten zu kommen. So kommen dann Fragen auf wie: Wie
vernichte ich Mauerbienen? Wie vernichte ich Erd- und
Sandbienen? Wie rotte ich Grabwespen in meinem Garten aus? Wie
töte ich Florfliegen in der Wohnung? Mittel gegen Marienkäfer
(Wildbienen, Grabwespen, usw. ...) gesucht!
Was mag in diesen Menschen
vorgehen? Nicht nur, dass sie äußerst nützliche Insekten töten,
ja auszurotten beabsichtigen, sondern auch geschützte Arten wie
Wildbienen. Was treibt Menschen um, Wildbienen vernichten zu
wollen? Mir erschließt sich dieser Wahnsinn nicht. Sind viele
schon derart von der Natur entfremdet, dass sie sie nicht in
ihrer unmittelbaren Umgebung haben möchten? Ich habe ja den
Verdacht, dass diese Menschen zwar alles „natürliche“ rund ums
oder auch im Haus vernichten wollen, dann aber gleichzeitig im
Urlaub nach schöner Natur Ausschau halten und sie bestaunen.
Meine Frage an Euch, liebe
Freunde, was treibt solche Menschen um? Habt Ihr eine Antwort?
Ich bin gespannt: Kontakt
Und hier noch einige
Anmerkung für diejenigen, die alles vernichten möchten:
Es gibt keinen
plausiblen Grund, Mauerbienen oder Erd- und Sandbienen zu töten!
Zum einen sind sie äußerst nützlich und sorgen dafür, dass die
Obstbäume bestäubt und ihr z.B. einen leckeren Apfel zu essen
bekommt. Zum anderen stehen alle heimischen Wildbienen-Arten
unter Naturschutz! Ihr macht Euch also strafbar!
Es gibt keinen
plausiblen Grund, Grabwespen zu töten. Ein Teil von ihnen
dezimiert z.B. die Anzahl von Fliegen.
Wer einfach nur Angst davor
hat, gestochen zu werden (gilt für Grabwespen wie für
Wildbienen), sei beruhigt. Der Stachel der meisten
Grabwespen-Arten ist zu schwach, um die menschliche Haut zu
durchdringen und wenn doch: der Stich ist für alle
Nichtallergiker völlig harmlos. Doch bis eine Grabwespe oder
Wildbiene tatsächlich zu sticht, muss sehr viel passieren. Sie
stechen wirklich nur in allergrößter Bedrängnis! Ich fange sie
beispielsweise mit der bloßen Hand, wenn sie sich in meine
Wohnung verirren und nicht mehr selbst herausfinden – und dabei
bin ich noch nie gestochen worden!
Hier ein paar Informationen
dazu:
Wissenswertes über Wildbienen /
Wissenswertes über Wespen /
Wissenswertes über Hummeln
Es gibt keinen
plausiblen Grund, Florfliegen oder Marienkäfer zu töten. Beide
sind unermüdliche Bekämpfer von Blattläusen. Es ist viel
sinnvoller, sie in der Wohnung einzusammeln und nach draußen zu
setzen. Das erspart die Giftkeule im Garten…
Viele Grüße
Andreas Haselböck
PS: Eure Gedanken zu diesem
Thema interessieren mich brennend! Wer nichts dagegen hat,
dessen Antwort veröffentliche ich hier.
Kirsten:
Hallo Andreas,
wie Du sicher weißt, teile ich Deinen Schmerz über so viel
menschliche Dummheit.
Meiner Meinung nach ist der Mensch immer weniger in der Lage
Zusammenhänge der Natur zu erkennen. Alles, was ihm nicht
unmittelbar dient (Fleisch, Milch, Wolle, Beschützen, Schmusen)
muss umgehend als "Schädling" ausgerottet werden. Ich habe oft
und viel darüber nachgedacht was dazu führt. Sind es die immer
engeren Wohnverhältnisse (ich glaub ja, die sind viel
schädlicher, als die Forscher sagen)? Der steigende
Konkurrenzdruck bzgl. Arbeit, Status, Überbevölkerung? Die
Medien? Würde man sich besinnen, wenn es vielleicht ein Jahr
weder Fernsehen, Video, DVD, o.ä., noch Computer geben würde?
Würde man der Natur wieder zusehen, sie spannend finden? Ist es
die maßlose Übersättigung an allem?
Es ist ja nicht nur die Natur, die der Mensch verlernt zu
verstehen, auch soziale Bindungen verarmen, werden verlernt.
Vielen ist bereits der nächste Nachbar egal, anderen sogar die
eigenen Kinder. Menschen werden immer verantwortungsloser,
egoistischer, die Zeit immer schneller, reicht nur für das
Nötigste, nicht zum 2x hinsehen.
Der Mensch evolutionär aus dem Ruder geraten? Oder gehört so
eine Entwicklung auch einfach nur zur Evolution?